In der Wärme des Sommers mal den Kampf aufgeben ...

Die weisse Fahne hissen.
Loslassen, sich hingeben, aufschmelzen, to surrender, let go...

Wie wäre es,
für einen Moment lang das Schwert in den Sand zu werfen oder es sogar dort zu vergraben, die Schutzhaut abzulegen, das Herz aufschmelzen zu lassen, dich hinzugeben in das Unbekannte des Meeres?

Wo kämpfst du gerade? Und wofür?
Und was wäre, wenn du diesen Kampf ruhen läßt, es keine Gewinner und Verlierer mehr gibt, du dich unter einem unendlichen Sternenhimmel ausbreitest und du dein Anliegen etwas Größerem überläßt?

Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß;
ließen wir, ähnlicher den Dingen,
uns so vom großen Sturm bezwingen,
wir würden weit und namenlos.

aus "Der Schauende", Rainer Maria Rilke